Rundbrief Jänner 2026

angelika gigas


  Rundbrief Jänner 2026
Liebe Pamina, hallo Papageno!

Heute schreibe ich dir den Rundbrief ausnahmsweise als kleinen Jahresrückblick. Eigentlich war dies nie in meinem Sinne, denn wir sind ja kein Verein, der anlässlich einer Hauptversammlung peinlich genau seine Tagesordnungspunkte einhalten möchte, sondern eine Staudengärtnerei mit Zukunftsideen, mit einer Menge spannender Pflanzen, mit erlebnisreichen Momenten und Erfahrungen, mit allen Höhen und Tiefen. Doch das letzte Jahr war es trotzdem wert, einmal Revue passieren zu lassen.

Wir verzeichneten hier im oberösterreichischen Innviertel ein relativ trockenes Frühjahr, auf den ein durchwachsener, eher kühler Sommer folgte. Wie entwickelte sich das Wetter bei dir? Man hörte ja sehr viel Gegensätzliches. Gegenüber anderen Gegenden kamen wir mit einem blauen Auge davon, ja man kann behaupten, dass wir ausgeglichene Niederschläge ohne Wolkenbrüche und anderen nennenswerten Unpässlichkeiten hatten. Die Frühjahrssaison verlief ohne Zwischenfälle, du bekamst deine Pflanzen bis in den Juli hinein, dann war den Sommer über etwas Pause, um dann in einen überaus erfolgreichen Herbstversand überzugehen. Was uns aber ganz besonders freut, dass es immer mehr deiner Freunde bis hier in die Gärtnerei schaffen!

Ein absoluter Höhepunkt im Leben ist die Geburt eines Kindes. Wir alle freuen uns sehr und dürfen uns überglücklich schätzen, dass Anfang Februar Kata und Mike ein gesundes Mädchen in den Armen hielten! Inzwischen ist schon fast ein Jahr vergangen und die Kleine ist unser aller Mittelpunkt, sie ist ein so liebenswerter Sonnenschein. Ob sie sich später für Pflanzen interessiert? Dumme Frage, braucht sie gar nicht, es genügt, wenn sie Verständnis für unseren nicht ganz einfachen Job entwickelt.

Dir ist sicher inzwischen bekannt, dass wir in allererster Linie mit unserem Mega-Staudensortiment beschäftigt sind. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, nahezu alles selber zu vermehren, allein gelingt dies kaum! Wir ertappen uns jedes Jahr von neuem, dass wir die eine oder andere Kultur ergänzend vom nächstgelegenen Kollegen zukaufen, sei es durch Jungpflanzen, Fertigpflanzen, Freilandstauden oder gewisse Blumenzwiebeln. Trotzdem schaffen wir es, immerhin zwischen 85 und 90 % des Sortimentes noch selber zu vermehren, ganz besonders solche Besonderheiten, die du in keinem Gartencenter zu Gesicht bekommst. Ich bleibe mit meinen Argumenten gerne bescheiden „auf dem Teppich“, doch auf diese Tatsache dürfen wir berechtigt stolz sein, denn dies ist in Zeiten des schnellen Handelns keinesfalls mehr selbstverständlich. Schau dich um, sämtliche Gartencenter und Baumärkte leben vom Handel. Bei uns dürfen unsere Stauden noch auf natürliche Weise groß werden, ohne Hilfsmittel jeglicher Art, sodass sie bei dir im Garten nicht schwächeln, sondern munter weiterwachsen. Dies findet bei einer Reihe von Kollegen ebenfalls statt, aber wir sind leider inzwischen zu einer Minderheit geworden.

Hoffentlich kommt bald der Frühling wieder! 




Eindruck vom verkaufsoffenen Wochenende. Herbstliche Vergänglichkeit in unserem Schaugarten:



So bleibt uns relativ wenig Zeit für außertourliche Dinge, so gerne wir dies auch tun würden. Manchmal kribbelt es in meinen Fingern und man wagt sich an Projekte heran, die darüber hinaus auch ein wenig Werbeeffekt für uns schaffen. Ich schrieb dir bereits über die erfolgreiche Schärdinger Landesgartenschau. Dort hatte ich mir zur Aufgabe gemacht, ein Sandsteppenbeet zu entwerfen. Ich argumentierte vor einem kleinen Gremium, warum und weshalb man klimaresiliente, trockenheitsliebende Stauden verwendet, die ohne zusätzliches Gießen nicht nur ausharren, sondern über das ganze Jahr attraktiv aussehen, enorm gut wachsen und überreich blühen. Kurz und gut, sie vertrauten mir, das Sandbeet gestaltete sich in nur einem Jahr zu einem Blickfang, den jeden Passanten erfreute. Du kannst es nach wie vor besichtigen, denn es bleibt erhalten, es befindet sich an der westlich gelegenen, alten Mauer in der unmittelbaren Umgebung des Restaurants „Orangerie“.






Der Masterplan der Landesgartenschau in Schärding wurde von einem Berliner Architekturbüro für Landschaftsplanung entworfen. Ihnen gefiel mein Sandbeet so gut, dass sie auf die Idee kamen, eine ähnliche, steppenartige Bepflanzung mitten auf dem Schärdinger Stadtplatz zu realisieren, direkt vor den barocken Häuserzeilen. Ich machte ihnen einen Pflanzvorschlag und sagte, dass ich dies sehr gerne verwirklichen würde, wenn die Schärdinger Stadtväter ihr okay dazu geben, denn nicht jedermann ist für diese Art Bepflanzung empfänglich, viele mögen es üppig blühend, eben in „barocker Pracht“. Dass mein Vorschlag wesentlich nachhaltiger und kostengünstiger wie beispielsweise einjähriger Wechselflor ist, brauche ich hier wohl nicht zu betonen! Wir bekamen jedenfalls den Zuschlag und ich machte mich an das Zusammenstellen von Stauden, die später auf den 22 Baumscheiben des Stadtplatzes gedeihen sollten. Ich gab vor, welche Substratzusammensetzung es sein sollte, nämlich ein Gemisch aus Splitt, Sand, Lehm und einen kleinen Teil Kompost, was auch so ausgeführt wurde.

Hier ein Bild von Anfang Oktober! Heterotheca villosa dominiert, daneben links und rechts Artemisia absinthium ‘Lambrook Silver’, davor jene unglaublich reich- und lange blühende Saponaria sicula var intermedia.



Eine hohe Aster novae-angliae hat hier wenig Sinn, so wählte ich die Sorte ‘Purple Dome‘ aus, flankiert von Prachtkerze (Gaura lindheimeri) und Katzenminzen (Nepeta ‘Walker’s Low‘).



Während der Pflanzaktion Anfang März durfte ich mir die absonderlichsten und tollsten Bemerkungen der vorbeiziehenden Passanten anhören, von großem Lob oder besserwisserischem Tadel bis hin zu großer Skepsis war alles vorhanden, ich spare mir hier Details, teilweise waren diese kabarettreif! Ein Gärtnerkabarett, an so was denke ich immer wieder! Diese Zweifler bestätigen mich wiederum, wieviel Aufklärung es noch bedarf, was sinnvolle Staudenverwendung anbelangt. Kurz und gut, meine Stauden wuchsen so wunderbar, dass bereits im darauffolgenden Sommer alle Nörgler verstummten.

Aber wie sieht denn die Pflege aus? Pflegeleichtigkeit ist ja nicht nur das Unwort des Jahres, sondern leider unseres gesamten Gärtnerdaseins! Ist doch denkbar einfach: bodenebener Rückschnitt im Februar, noch bevor die botanischen Wildtulpen austreiben, Eberraute, Ysop, Lavendel und andere strauchig wachsenden Pflanzen erfahren einen leichten, halbmondförmigen „Ordnungsschnitt“, so zeigen sie sich ordentlich, dies kannst du im Übrigen auch nach ihrer Blüte vornehmen. Das ist dann aber auch schon alles, wenn man von etwaigen Ergänzungen einmal absieht, die sich jedoch meist im Rahmen halten.

Die Zeit verstrich wie im Fluge und schon befanden wir uns im Juli. Reisen macht bekanntlich süchtig, zumindest mich! Und so wurde endlich die Mongolei eines meiner vorrangigsten Reiseziele wahr. Tatsächlich war dies im Nachhinein gesehen ein Traum, denn ich kam voll auf meine Kosten, nicht nur, was die Botanik anbelangte! Die Menschen waren überaus freundlich und man fühlte sich sehr willkommen. Vor allem aber die atemberaubende Landschaft hinterließ auf mich einen nachhaltigen und tiefen Eindruck. Daher taufte ich den Titel meines Vortrages „Zwischen Himmel und Horizont“. Vor einigen Jahren durchstreifte ich den Mittleren Westen der USA, die grasbewachsenen Weiten der letzten Reste der Prärien. Auch diese waren eindrucksvoll, aber kein Vergleich zu jenen der Mongolei. Hier fühlt man sich wirklich sehr klein und ehrfürchtig, du kannst dies vielleicht anhand des Bildes nachvollziehen! Meinen Vortrag hierzu, samt Bilder der überaus reichhaltigen Flora halte ich Anfang Januar an der Bildungstätte des deutschen Gartenbaus in Grünberg, aber auch am 11. Februar in Graz im Johanneum bin ich mit demselben Thema zugegen. Außerdem erscheint im neuen Jahr ein zweiteiliger Artikel über die Flora der Mongolei in der Gartenpraxis. Vielleicht bringst du dann etwas Abenteuerlust auf, dieses wenig frequentierte Land doch auch mal zu bereisen. Damals im Juli war es sommerlich warm, jetzt pendeln sich dort die Temperaturen zwischen minus 20 und minus 25 Grad ein!




Eine der letzten, größeren Vermehrungsaktionen in unserer Gärtnerei waren die Pfingstrosen. Wie du sicher schon weißt, kultivieren wir lediglich Wildarten und deren Abkömmlinge. Auch dies hat seinen Grund, da all die wunderschönen Hybriden seit langem von einigen Spezialgärtnereien angeboten werden und wir verständlicherweise hierin nicht auch noch mitmischen wollen. Denn Pfingstrosen mit einem breiten Sortiment zu vermehren bedarf ausgedehnter Mutterpflanzenbestände und einige Jahre Vorlaufzeit. Hingegen werden Pfingstrosen-Wildarten kaum angeboten. Sie sind nicht nur langlebig, sondern ebenfalls sehr anspruchslos, wenn einige wenige Dinge berücksichtigt werden. Diese kannst du sowohl in herkömmlichen Staudenbeeten, als auch in naturnahen Pflanzungen unterbringen, als Eyecatcher der besonderen Art, wenn es sich beispielsweise um solche Juwele wie die Schlitzblättrige Pfingstrose (Paeonia tenuifolia) handelt, welche sogar in Steingärten und steppenartigen Bepflanzungen Verwendung findet.



Du kannst dich unter www.sarastro-stauden.com über unser derzeitiges Pfingstrosensortiment informieren. Die Vermehrung von Pfingstrosen ganz allgemein ist eine äußerst kniffelige Angelegenheit, welche Erfahrung und Feinfühligkeit abverlangt.

Durch den trockenen Spätherbst konnte ich im alten Teil des Schaugartens so richtig aktiv werden. Gleich zwei überalterte, größere Staudenbeete wurden komplett überarbeitet. Ich schrieb dir ja bereits im letzten Rundbrief darüber. Ich musste nur insofern höllisch aufpassen, dass ich bei den umfangreichen Grabarbeiten keine dicken Horste von Schneeglöckchen oder Herbstzeitlosen verletzte. Es macht mir großen Spaß, jeden Tag ein Stückchen bestehendes Staudenbeet umzugestalten, Beetkanten abzustechen, Einfassungsmauern zu erneuern und vieles mehr. In der Früh sitze ich gewöhnlich im warmen Büro und aktualisiere den Webshop, denn nicht nur Neuaufnahmen wollen getextet und bebildert werden, sondern auch die Verfügbarkeit vorhandener Sorten sollte nach Möglichkeit auf dem neuesten Stand gebracht werden. So freut es mich sehr, mich am Nachmittag in dieser kalten Zeit auf diese Weise körperlich fit zu halten, eben zu garteln, wie wir Gartenarbeit nennen, ich darf dir das nur wärmstens empfehlen!

Wie ich dir schon schrieb, wird das kommende Jahr ein ganz besonderes und ich werde dir vermutlich noch öfters diesbezüglich schreiben. Wir feiern nicht nur unser 30-jähriges Jubiläum von Sarastro-Stauden, sondern gleichzeitig auch die Überschreibung der Staudengärtnerei an meine Tochter Kata Wallace. Dies bedarf eine Menge an Vorbereitung und vor allem Bürokratie, die so nicht vorhersehbar war. Hier kommen Beratungsstellen und letztendlich der Notar zum Zuge. Und dies alles neben dem gewohnten Ablauf der Kultur- und Versandarbeiten. Was sich dann am 19. und 20. September im kommenden Jahr als Programm abspielt, wirst du von uns noch rechtzeitig erfahren.

Die Teuerung greift in Österreich besonders um sich und verschont auch uns leider nicht, in vielen Bereichen des Lebens. Die Preise unserer Substrate und sonstigen Bedarfsmaterialien zogen in letzter Zeit gewaltig an, ebenso die Löhne und Gehälter. Gestatte mir deshalb eine moderate Preisanpassung, mit der wir gut über die Runden kommen. Danke für dein Verständnis!

Hier wieder die fünf Stauden für dich:

Hymenoxis acaulis (Tetraneuris acaulis)

Leider hat diese liebenswerte Staude keinen deutschen Namen, manche nennen es in Ermangelung Goldkörbchen, dafür gibt es etliche Namen in englischer Sprache. Noch verwirrender wird es, wenn man sich mit dem botanischen Gattungs- und Artnamen auseinandersetzt, welcher innerhalb der letzten 30 Jahre gleich mehrmals wechselte: Actinella scaposa, Actinella acaulis, Hymenoxis scaposa, Hymenoxis acaulis und seit neuestem offenbar Tetraneuris acaulis. Noch mehr gefällig? Mach dir keinen Kopf deswegen, wir erfreuen uns an einer reichblühenden und unkomplizierten Kleinstaude, welche wir vielseitig verwenden können, welche sich jedoch besonders für Steingärten eignet. Mit den Blüten wird sie 20 cm Höhe nicht überschreiten.

Ihr Vorkommen in der freien Natur erstreckt sich über ein riesiges Gebiet im Westen von Nordamerika, grob beschrieben von Kanada bis New Mexico und von Kalifornien bis Oklahoma. Meistens wächst Hymenoxis in der Natur an Stein gebundenem, schuttreichem Gelände, ist in der Gartenkultur jedoch wenig anspruchsvoll. Tatsächlich kenne ich sie schon sehr lange, schon seit meiner holländischen Zeit Anfang der 80er-Jahre. Damals erfuhr ich, dass mein damaliger Chef diesen gelbblühenden Korbblütler in Österreich entdeckte und später in größeren Stückzahlen vermehrte. Ich griff sie unter dem damaligen Namen Actinella auf und nahm sie später in Österreich wieder in Kultur. So schließen sich die Kreise, es ist oft spannend, welche Wege unsere Stauden im Laufe der Zeit nehmen. Gib dem Goldkörbchen einen durchlässigen Boden in voller Sonne. Mit der Zeit bildet dieser Typ breitere Polster, die im Juni überreich blühen. Hymenoxis ist aufgrund seines ausgedehnten Verbreitungsgebietes sehr formenreich. Bei Tony Avent in den USA sah ich unterschiedliche Varianten, auch solche mit graufilzigen Blättern, die sich jedoch als nässeempfindlich herausstellten.



Hymenoxis acaulis Asphodeline lutea

Die Junkerlilie kennst du sicher! Wenn du sie nicht schon selber im Garten stehen hast, dann ist sie dir sicher schon aufgefallen, sei es im Öffentlichen Grün, auf Verkehrsinseln oder in Staudenpflanzungen in Parks und Gärten. Als ich mir die Auswahl der fünf monatlichen Stauden überlegte, da dachte ich zunächst, dass die Junkerlilie viel zu gewöhnlich sei, da sie ja seit ewigen Zeiten zum Standardsortiment gehört. Nun ja, dies mag schon sein, aber ich möchte durchaus auch Rücksicht auf diejenigen Leser nehmen, die vielleicht noch nie etwas von dieser anspruchslosen Staude gehört haben, sie aber gerne besitzen möchten. Zur Blütezeit ist sie mit ihren ca. 80 cm hohen Blütenstängeln eine Augenweide, an der die sattgelben Blüten sitzen.

Die Junkerlilie stammt aus dem Mittelmeerraum, wo sie in einigen Arten vorkommt, meist in steinigem, sonnendurchglühtem Gelände, zusammen mit Macchiengewächsen aller Art. Zuletzt sah ich diese Art im Hinterland entlang der Südküste Kretas. Hier kannst du sie an weitläufigen Berghängen entdecken, als wären sie locker eingestreut worden.

Im Garten lässt sie sich vielfältig verwenden, sogar in jedem herkömmlichen Staudenbeet, solange der Boden einigermaßen trocken und durchlässig ist. In der Gartenkultur bildet sie sogar breite, reichblühende Horste, welche du erst nach vielen Jahren durch grobes Auseinanderteilen verjüngen brauchst. Die Junkerlilie ist vollkommen winterhart, was man aufgrund ihrer Herkunft so gar nicht vermutet. Gib ihr den vollsonnigsten Standort, den du ihr in deinem Garten anbieten kannst.


Asphodeline lutea Angelica gigas nennen wir die Chinesische Engelwurz…

… obgleich es in China durchaus noch andere Arten an Engelwurz gibt. Doch diese hier ist durch ihre weinroten, kugelig wirkenden Blütendolden ganz besonders auffällig, überdies ein grandioser Insektenmagnet. Leider ist sie nur kurzlebig, in der Regel zwei- bis dreijährig, sie sorgt aber durch Selbstaussaat für Nachkommenschaft. Wichtig ist aber ein nährstoffreicher, frischer, lehmig-humoser Boden. Diese Engelwurz wirkt ganz besonders in der Nähe von Gewässern, also im Uferbereich an Teichen und Bächen. Sie erreicht eine Höhe von etwa 160 cm und mehr, je nach Nährstoffangebot deines Bodens.

Wir vermehren die Chinesische Engelwurz seit vielen Jahren, jedoch kam es immer wieder vor, dass wir gelegentlich keine keimfähigen Samen zur Verfügung hatten, da wir verabsäumten, diese sofort auszusähen. Die dunkelgrünen Blattrosetten sind ganz schön raumgreifend, um Wirkung zu zeigen, solltest du mehrere Exemplare pflanzen, im Abstand von etwa einem Meter, damit sich die Pflanzen optimal entwickeln können.

Hier finden Bienen und Ameisen ihr Stelldichein!



Angelica gigas Kalimeris (Sibirische Buschaster, Schönaster)

Schon immer schätzte ich sie sehr, ihre Robustheit, ihre außergewöhnlich lange Blütezeit und ihre Vielseitigkeit, was die Verwendung anbelangt. Die Schönastern kommen in Ostsibirien, Japan und Korea vor. Im kommenden Jahr hat der Bund Deutscher Staudengärtner sie als „Staude des Jahres 2026“ auserwählt, eine sehr kluge und richtige Entscheidung, wie ich finde! Schönastern führten gegenüber den Astern nicht nur ein Schattendasein, sondern ihre Qualitäten wurden schlichtweg nicht erkannt oder übersehen. Zwei große Pluspunkte der Schönastern: sie sind nicht nur sehr standfest, sondern vor allem kerngesund, bekommen keinen Mehltau oder sonstige Blattkrankheiten, sie sind sogar regelrecht industriefest und klimaresilient!

Du kannst mit Kalimeris deine Lücken im Staudenbeet bequem füllen, man kann sie zusammen mit anderen Stauden zu Blumenwiesen vereinigen. Das Sortiment ist momentan sehr überschaubar, die Blütenfarben erstrecken sich von Weiß über Hellblau bis Himmelblau, du kannst zwischen Höhen von 70 cm bis 120 cm wählen. Meine Favoriten sind ‘Antonia‘, welche mit ihren blauen Blüten zu Kalimeris mongolica gezählt wird, sowie die reichblühende ‘Jürgen Wever‘ mit hellblauen, großen Blüten, welche sich im Abblühen weiß verfärben. Auch zwei panaschierte Sorten finden sich im Sortiment, die wir vor Jahren aus Japan einführten, mit welchen wir perfekte Vordergrundsorten als Beeteinfassung besitzen. Ein Rückschnitt nach ihrer Sommerblüte ist bei Kalimeris nicht unbedingt nötig, eine Selbstaussaat hatte ich nie beobachtet. Aber du kannst im Mai jede zweite oder dritte Triebspitze ausknipsen, diese verzweigen sich dann und blühen etwa 14 Tage später. So erreichst du eine noch wesentlich längere Blütezeit auf ein und derselben Pflanze!

Hier siehst du gleich mehrere Sorten vereinigt:


Kalimeris (Sibirische Buschaster, Schönaster) Cacalia atriplicifolia (Arnoglossum atriplicifolium)

Schon wieder so eine vollkommen unbekannte, aber auch unerkannte Staude! Dies ist der Nordamerikanische Wegerich, welcher nun wirklich nicht unserem Wegerich ähnelt, er zählt zu den Asterngewächsen und gleicht ihm auch keinesfalls. Als ausgewachsene Staude kann der Falsche Wegerich, wie er auch genannt wird, ziemlich groß werden, ja locker zwei Meter erreichen. In unserer Staudengärtnerei führt er eher ein Schattendasein, was wohl damit zusammenhängt, weil er kaum verbreitet wurde. Ein einziges Mal hatte ich ihn in der Öffentlichkeit zu Gesicht bekommen, das war auf der Bundesgartenschau in Erfurt, wo ihn Petra Pelz gekonnt in Szene setzte, wo er von weitem sichtbar als Solitärstaude zwischen niederen Stauden stand. Und genau so sollte der Falsche Wegerich gepflanzt werden, so fallen seine grauen, flatschigen Blatthorste auf, die später durch große, weiße Blütenstände gekrönt werden. Trotzdem ist dies keine Staude, vor deren Charme du dich mit einem Kniefall verneigst, sie ist eher interessant als umwerfend schön, aber wir besitzen eine widerstandsfähige und standfeste Wildstaude.



Cacalia atriplicifolia (Arnoglossum atriplicifolium) Das war es auch schon wieder! Demnächst aktualisieren wir unseren Veranstaltungskalender auf der Website, so dass du auf dem neuesten Stand bist. Außerdem orientiere dich bitte stets an der Startseite, wo du auf dem Info-Balken stets alles Wissenswerte der nächsten Zeit findest. Das Jahr beginnt bei uns mit der Schneeglöckchenwoche Ende Februar, die sich allerdings witterungsbedingt nach vorne oder hinten verschieben kann. Ich bin froh, dass ich dieses Event vor etwa 15 Jahren begann, denn es kommen inzwischen recht viele Besucher teilweise von weit her, die sich an den ersten Blüten im Jahr im Schaugarten erfreuen, sowie natürlich an unserem Schneeglöckchenangebot.

Wir werden in den kommenden Jahren sehr viel mehr Veranstaltungen vor Ort in der Gärtnerei auf die Beine stellen. Was meine Tochter anbelangt, so ist sie die richtige Person dafür, ich weiß, dass dies Anklang bei dir findet und Abwechslung in den Alltag einer Gärtnerei bringt, jedoch war dies noch nie mein Ding! Aber der Erfolg gab ihr recht, die letzten Veranstaltungen bewiesen es. Auch im Internet werden wir noch mehr präsent sein und dir wöchentlich in Wort und Bild Stauden vorstellen.

Bleibt mir jetzt nur noch übrig, dir ein gutes Neues Jahr zu wünschen! Bleib gesund, wir sehen uns!







Dein Staudengärtner Sarastro
Christian H. Kreß und Mitarbeiter




Sarastro-Stauden
Christian H. Kreß
Kammer 42
4974 Ort im Innkreis
Austria/Autriche
 
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www.sarastro-stauden.com
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